Einleitung: Wer ist Neureuther Felix?
Neureuther Felix ist nicht nur einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Skirennläufer der letzten Jahrzehnte, sondern auch ein Mensch mit starken Werten, klaren Positionen und einem ausgeprägten gesellschaftlichen Engagement. Geboren in eine sportbegeisterte Familie mit alpiner Geschichte, hat sich Neureuther Felix in seiner aktiven Karriere einen Namen als technisch brillanter Slalomspezialist gemacht und sich später als Buchautor, Umweltaktivist und Familienmensch neu erfunden.
Seine Vielseitigkeit und sein Wandel vom Profisportler zum Aufklärer und Vorbild macht ihn zu einer der faszinierendsten Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf sein Leben, seine Karriere, seine Werte – und auf das, was er heute bewegt.

Herkunft und Familie: Der Ursprung einer Skilegende
Felix Neureuther wurde am 26. März 1984 in München geboren. Doch seine Heimat und sportliche Prägung fand er vor allem in Garmisch-Partenkirchen, einer Region, die tief mit dem Wintersport verwurzelt ist. Der Name „Neureuther“ ist im alpinen Skisport kein Unbekannter – im Gegenteil:
Sein Vater, Christian Neureuther, war in den 1970er-Jahren ein erfolgreicher Slalomfahrer und mehrfacher Weltcupsieger. Seine Mutter, Rosi Mittermaier, wurde durch ihren doppelten Olympiasieg 1976 in Innsbruck zur Sportlegende.
Diese familiäre Verankerung im Skisport prägte Felix von klein auf – doch der Druck, den bekannten Namen zu tragen, war Fluch und Segen zugleich.
Karriereanfänge: Der schwierige Weg zur eigenen Identität
Schon früh zeigte sich das Talent von Neureuther Felix. Bereits als Kind fuhr er Rennen auf hohem Niveau, und sein Potenzial war unübersehbar. Doch der Weg in den Profizirkus war keineswegs geradlinig. Zahlreiche Verletzungen – vor allem im Rücken und an den Knien – warfen ihn immer wieder zurück.
Dennoch schaffte er 2003 den Durchbruch im Weltcup. Sein erstes Podium erreichte er im Jahr 2003 in Wengen, und der erste Sieg folgte 2010 im Slalom von Kitzbühel – eine der prestigeträchtigsten Veranstaltungen im alpinen Skisport. Von da an etablierte sich Neureuther Felix als einer der besten technischen Fahrer der Welt.

Karriere-Highlights im Überblick
Um die sportliche Bedeutung von Neureuther Felix besser einordnen zu können, gibt die folgende Tabelle einen Überblick über seine wichtigsten Erfolge:
Jahr | Wettbewerb | Ergebnis | Bemerkung |
2003 | Weltcup Wengen | 3. Platz (Slalom) | Erstes Weltcup-Podium |
2010 | Weltcup Kitzbühel | 1. Platz (Slalom) | Erster Weltcup-Sieg |
2013 | WM Schladming | 3. Platz (Slalom) | Erste WM-Medaille |
2015 | WM Vail/Beaver Creek | 2. Platz (Slalom) | Vize-Weltmeister |
2017 | Weltcup Gesamtwertung Slalom | 2. Platz | Bestes Gesamtergebnis in einer Disziplin |
2018 | Rücktrittsankündigung | – | Verletzungsbedingter Rückzug von Olympia |
2019 | Rücktritt vom aktiven Rennsport | – | Karriereende |
Stil und Technik: Ein Künstler auf Ski
Neureuther Felix war vor allem für seine flüssige, elegante und technisch perfekte Fahrweise bekannt. Im Gegensatz zu anderen Athleten, die auf rohe Kraft setzten, war seine Stärke das Timing, die Linienwahl und die Präzision.
Viele Experten bezeichneten ihn als einen der talentiertesten Skirennläufer seiner Generation – mit der Einschränkung, dass ihm Verletzungen und kleinere Fehler in entscheidenden Momenten manchmal größere Erfolge kosteten. Trotz allem war er beim Publikum extrem beliebt – ein bodenständiger Star mit Witz und Charme.
Rücktritt und Neuanfang: Was kommt nach dem Skisport?
Im März 2019 erklärte Neureuther Felix nach zahlreichen Verletzungen offiziell seinen Rücktritt vom alpinen Skirennsport. Er tat dies mit einem Video, das nicht nur sportliche Medien bewegte, sondern auch emotional aufgeladen war:
„Es war eine unheimlich schöne Zeit – aber es ist auch an der Zeit, neue Wege zu gehen.“
Doch was kam danach?
Familienmensch und Vorbild: Vaterrolle und neue Perspektiven
Bereits während seiner aktiven Zeit wurde Neureuther Felix Vater. Gemeinsam mit seiner Frau, der Biathletin Miriam Neureuther (geb. Gössner), hat er inzwischen drei Kinder. Diese Rolle veränderte ihn nachhaltig.
Er erklärte in mehreren Interviews, dass er durch die Familie neue Werte entdeckt habe – fernab vom Leistungsgedanken. Der Rückzug aus dem Wettkampfleben ermöglichte es ihm, sich voll auf seine Familie zu konzentrieren.
Doch wer dachte, er würde sich ins Private zurückziehen, täuschte sich.
Engagement für Umwelt, Bildung und Gesellschaft
Nach dem Sport fokussierte sich Neureuther Felix zunehmend auf gesellschaftlich relevante Themen. Besonders am Herzen liegt ihm der Klimaschutz sowie die Förderung von Bewegung und Bildung bei Kindern.
Bewegung für Kinder: „Beweg dich schlau!“
Eines seiner bekanntesten Projekte ist das Programm „Beweg dich schlau!“, das in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse entstand. Ziel ist es, Kinder wieder zu mehr Bewegung zu motivieren – in einer Zeit, in der Übergewicht, Bewegungsmangel und Bildschirmzeit zunehmen.
Das Konzept verbindet spielerische Übungen mit kognitivem Training, um nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn zu fördern.

Umweltaktivismus: Stimme für den Alpenraum
Felix Neureuther ist auch ein engagierter Kritiker des zunehmenden Massentourismus in den Alpen und warnt eindringlich vor den Folgen des Klimawandels. In Interviews und Dokumentationen spricht er über das Schmelzen der Gletscher, die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die Verantwortung jedes Einzelnen.
In seiner Rolle als ZDF-Moderator und Dokumentarfilmer thematisiert er regelmäßig Umweltfragen – stets mit dem Ziel, Bewusstsein zu schaffen.
Bücher und Medienauftritte: Bildung durch Sprache und Präsenz
Neureuther Felix ist auch als Autor aktiv. Seine Bücher wie:
- „Unser Weg – Für eine Welt, in der wir leben wollen“ (mit seiner Frau Miriam)
- „Beweg dich schlau!“
- „Ixi der kleine Schneefuchs“ (Kinderbuch)
…zeigen seine Vielseitigkeit. Während das erste Buch gesellschaftspolitische Themen anspricht, sind die Kinderbücher pädagogisch wertvoll und motivieren zu Bewegung und Naturverbundenheit.
Beliebtheit und öffentliche Wahrnehmung
Auch nach seinem Rücktritt ist Neureuther Felix in der deutschen Öffentlichkeit äußerst präsent und beliebt. Seine offene Art, sein Humor, aber auch seine klare Haltung zu politischen und gesellschaftlichen Themen machen ihn zu einem gefragten Gesprächspartner.
Er wird regelmäßig in Talkshows eingeladen und tritt als Experte bei Wintersportübertragungen im ZDF auf. Dabei bleibt er sich selbst stets treu: bodenständig, sympathisch und reflektiert.
Ein Blick hinter die Kulissen: Was treibt ihn an?
Viele ehemalige Sportler tun sich schwer mit dem Leben nach der Karriere. Nicht so Neureuther Felix. Sein innerer Antrieb ist nicht der Applaus oder die Schlagzeile – sondern die Überzeugung, durch seine Bekanntheit etwas Positives bewirken zu können.
Er sagt selbst:
„Wenn ich meine Stimme nutzen kann, um etwas zu verändern, dann ist das mein größter Sieg.“
Diese Haltung zeigt, dass es ihm nicht um Eitelkeit geht, sondern um Verantwortung – ein Vorbild im besten Sinne.
Kritik und Kontroversen: Immer nur positiv?
So beliebt Neureuther Felix auch ist – nicht alle teilen seine Meinungen. Manche Kritiker werfen ihm vor, sich zu häufig in politische Debatten einzumischen oder zu idealistisch aufzutreten. Besonders seine kritischen Aussagen zur Olympia-Politik oder zum alpinen Tourismus sorgten bei manchen Funktionären für Stirnrunzeln.
Doch genau das macht ihn authentisch: Er ist kein glattgebügelter Ex-Sportler, sondern jemand mit Haltung – auch wenn sie aneckt.
Was bleibt? Das Vermächtnis von Neureuther Felix
Felix Neureuther hat sich weit über den Sport hinaus einen Namen gemacht. Sein Vermächtnis ist nicht nur eine beeindruckende Medaillensammlung oder elegante Fahrten auf der Streif – sondern ein engagierter Blick auf die Welt.
Er zeigt, dass Sportler mehr sein können als Medaillenjäger. Sie können Vorbilder sein, Brückenbauer und Impulsgeber.

Fazit: Neureuther Felix – mehr als ein Sportler
Der Name „Neureuther Felix“ steht heute nicht nur für sportliche Höchstleistungen, sondern für eine Haltung. Er verkörpert die Idee, dass Verantwortung nicht mit dem Karriereende endet – sondern dann erst beginnt.
Als Sportler war er schnell, elegant und präzise. Als Mensch ist er klar, reflektiert und engagiert.
Sein Weg zeigt, dass man auch außerhalb der Piste Großes leisten kann – mit Herz, Verstand und einer Stimme, die zählt.
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